Mittwoch, 22. November 2017
Verteilung LEAN Reifegrad

Der Lean-Reifegrad steigt nur langsam

Dr. Daniela Kudernatsch ist Tagungsleiterin der Konferenz LEAN 2017. In Ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin von KUDERNATSCH Consulting & Solutions präsentiert sie die Ergebnisse Ihrer Studie zum Lean-Reifegrad der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

 Ihre Haupterkenntnis: Es geht voran – aber nur langsam.

Laut Einschätzung von Frau Dr. Kudernatsch liegt genau darin die Krux: Unternehmen gehen das Thema Lean voller Motivation und Schaffensdrang an. Merken dann aber bald, dass es einen langen Atem braucht, bis Veränderungen sicht- oder sogar spürbar werden. Langsame Fortschritte – so glauben viele Unternehmen – kann sich keiner leisten. Darum geben bei LEAN viele vorzeitig auf oder legen ihr Lean-Projekt auf Eis.

Die Folgen:
  • sich verschlechternde Prozesse
  • hohe Qualitätsschwankungen
  • steigende Verschwendung
Am Ende ergibt sich ein deutliches Bild:

Nur 3 % der Befragten zählen zu den Best-Practice-Unternehmen; 21 % sind auf dem besten Weg. Alle anderen haben noch viel Arbeit vor sich.

Diese Studie zeigt deutlich: Mit einer einmaligen Implementierung von Prozessen ist es nicht getan. Dem Thema LEAN ist nicht damit genüge getan, ein oder mehrere Mitarbeiter zu LEAN Managern auszubilden.

LEAN lebt von dauerhaftem Engagement – und von neuen Impulsen.

Genau die bekommen Sie auf der LEAN 2017. Alle Infos zu Top-Sprechern und Programm hier auf der Seite.

Überblick über die Ergebnisse der Studie:

Der Reifegrad der LEAN-Kultur wurde in der Befragung auf drei Ebenen bezogen.

Ebene 1: Vision, Strategie, Ziele, Kundenfokus:

Gegenüber 2014 zeigen sich hier deutliche Verbesserungen. So erfolgt heute zum Beispiel das Formulieren der Unternehmensstrategie und Definieren der Unternehmensziele in der Regel auf Basis einer Vision und der Kunde steht bei diesem Prozess deutlich im Fokus. “Ernsthafte” Lücken weisen die Unternehmen jedoch noch beim konsequenten Verfolgen der langfristigen Strategie, bei der durchgängigen Abstimmung der Ziele (top-down und crossfunktional) und der konsequenten Ausrichtung am Kunden im Betriebsalltag auf.

Alarmierend: Knapp 40 Prozent der Befragungsteilnehmer konstatieren bei der unternehmensweiten Abstimmung der Ziele eine “größere” oder gar “erfolgskritische Lücke” in ihren Unternehmen; zudem betonen fast ein Drittel, es bestünden diesbezüglich “ernste Lücken”.

Ebene 2: Prozesse und kontinuierliche Verbesserung

Im Schnitt erreichen die Unternehmen bei der Prozessgestaltung, der PDCA-Anwendung und der Problemlösung höhere Lean-Reifegrade als 2014. Nur bei der klaren Definition der Standards lässt sich ein leichter Rückschritt verzeichnen. So gibt es zum Beispiel bei nur acht Prozent der befragten Unternehmen laut der aktuellen Befragung für alle (kunden- und erfolgsrelevanten) Prozesse definierte (Qualitäts-)Standards. In einem Drittel der Unternehmen existieren diesbezüglich noch “ernste” Lücken – insbesondere in den administrativen Bereichen.

Ein weiteres Manko: Die Standards werden häufig noch primär als Kontrollinstrument im Rahmen der kontinuierlichen Verbesserung gesehen. “Größere” Lücken konstatieren hier 29 Prozent der Unternehmen. In ihnen gibt es zwar meist Standards, doch diese sind entweder nicht aktuell oder werden nicht gelebt.

Ebene 3: Leadership und Problemlösung

Deutliche Verbesserungen zeigen sich bei der Beherrschung der Lean-Methoden und -Tools zur Verbesserung der Prozesse durch die Führungskräfte.

Viele Unternehmen gestehen jedoch noch “größere” oder gar “ernste” Soll-Ist-Abweichungen auf dieser Ebene ein. So existiert zum Beispiel in den meisten Unternehmen noch kein gemeinsames Führungsverständnis. Außerdem leben die Führungskräfte solche Unternehmenswerte wie permanente Selbstreflexion und Veränderungsbereitschaft nicht vor. Zwar existieren teils schon erste Lean Leadership-Ansätze auf den oberen Ebenen, insbesondere den Führungskräften auf der operativen Ebene fehlen jedoch noch häufig hierfür wichtige Kompetenzen.

So geben denn auch zum Beispiel zwei Drittel der Befragungsteilnehmer an, in ihrem Unternehmen sei keine konsequente und systematische Vor-Ort-Präsenz der Führungskräfte gegeben. Zudem verstünden sich die Führungskräfte noch zu wenig als Coach, die ihre Mitarbeiter beim Entwickeln ihrer Problemlösungsfähigkeiten unterstützen.

Die Studie:

Anhand von 15 Fragen haben 687 Führungskräfte und (Lean-) Projektmanager aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Selbsteinschätzung vorgenommen. Der Vergleich zu 2014 erfolgt zu der ebenfalls von Kudernatsch Consulting & Solutions durchgeführten Studie zum LEAN-Reifegrad.

Weitere Informationen zur Studie fnden Sie unter http://www.kudernatsch.com/lean-management-leadership-kultur-studie-beratung/

Es ist nicht mehr lange bis zur Konferenz LEAN 2017! Melden Sie sich daher jetzt noch schnell an. Weitere Informationen finden Sie unter www.leankonferenz.de !

Die Themen von Frau Kudernatsch auf der Konferenz LEAN 2017:

  • Workshop 2: Lean Transformation – wie Sie den Veränderungsprozess erfolgreich gestalten
  • Intensiv-Seminar Hoshin Kanri – die gesamte Organisation an der Strategie ausrichten
  • Programm LEAN 2017

 

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