Mittwoch, 22. November 2017
Fabrik als Herz des Unternehmens

Fabrik als Herz des Unternehmens

Anforderungen an die Effizienz von Warenstromflüssen wachsen, Prozesslayouts passen sich den volatilen Marktzyklen an. Was bedeutet das für die Industrieimmobilie und ihre technische Ausrüstung? Dieser Fragestellung gingen die beiden Referenten, Thomas Hetzel, Mitbegründer der auf Immobilien und Technik spezialisierten Unternehmensberatung Zyklu5 GmbH und Christopher Dröge, Leanmanagementberater bei der Unternehmensberatung Festool Engineering GmbH in ihrem interaktiven Vortrag nach.

Ihr gemeinsames Plädoyer war es, die Planung von Produktionsabläufen mit der baulichen und technischen Gebäudeplanung zusammenzubringen. „Oftmals stellen wir fest, dass hier ganz unterschiedliche Sprachen gesprochen werden“, betonte Dröge. Wichtig sei es gerade im Sinne der Kosteneffizienz eines Projekts, sich von Anfang an, an einen Tisch zu setzen und die Kundenbedürfnisse von beiden Seiten zu beleuchten und dann gemeinsam die Lösungen zu entwickeln. Wie in anderen Assetklassen auch, so Hetzel, werde von Auftraggeberseite her den immobilienwirtschaftlichen Zahlen oftmals kaum Bedeutung zugemessen. „Diese Themen fallen eben nicht ins Kerngeschäft,“ erklärt sich Hetzel die geringe Beachtung der teilweise erheblichen Kosten, die im Lebenszyklus einer Immobilie entstehen können. Er empfiehlt, statt eine Immobilie zu verwalten, sie aktiv zu managen: So können Machbarkeitsstudien Transparenz schaffen als Grundlage für eine unternehmerische Entscheidung im Hinblick auf eine anstehende Investition.

Fabrik als Herz des Unternehmens

Unternehmensimmobilien sind flexibel und attraktiv

Aufgrund der Digitalisierung werden sich in der Zukunft die Arbeitswelten und damit auch der Flächenbedarf von Unternehmen ändern. Gewerbeimmobilien müssen immer flexibler und multifunktionaler ausgelegt sein. Das Bild von der dunklen Industriehalle sei überholt, „wir sprechen von Unternehmensimmobilien“, sagte Sandra Schwendner, Projektmanagerin beim Entwickler und Bestandshalter BEOS AG. Hierbei handele es sich um ein sehr junges Segment mit erheblichen Wachstumspotenzialen, erläuterte Dr. Dominic de Vries, BEOS AG, Standortleiter Stuttgart.

Unternehmensimmobilien bieten Firmen die Möglichkeit, ihre Arbeitsflächen verschieden zu gestalten und zu nutzen: Büro-, Produktions-, Lager-, Logistik-, Service- und Freiflächen können modulartig zusammengestellt werden. „Auf diese Weise erhalten Nutzer immer genau die Flächen, die sie für einen effektiven Arbeitsprozess benötigen,“ so de Vries.

Produktion wird sauberer und kompakter

Markus Knab, Leiter Geschäftsbereich Industrie und Logistikimmobilien, Ellwangen & Geiger konnte den wachsenden Druck am Markt bestätigen. Gerade in Metropolregionen wie im Raum Stuttgart seien für Industrieunternehmen oftmals zu wenig Flächen vorhanden, um weiter expandieren zu können. Er ergänzte, dass die Produktion immer sauberer und kompakter werde und in die Stadt gehen sollte. „Hier sind die Kommunen gefragt“, so Knab, „diese Entwicklung proaktiv zu steuern und geeignete Flächen auszuweisen.“ Patrick Rickenbrot, Leiter Hochbauamt Neckarsulm, stellte das Thema über rein ökonomische Interessen in den Kontext der baulichen Qualität. „Schließlich geht es um Lebensqualität – drinnen für die Mitarbeiter der Produktion als auch draußen für die Anrainer im Umfeld,“ so der studierte Architekt. Dr. Martin Menrath, selbstständiger Berater und Experte für Lean Operations Management und Gastdozent an der TU Berlin beschrieb seine Vision von der Fabrik der Zukunft als „Herz des Unternehmens: Sie ist attraktiver Begegnungsraum für Mitarbeiter und zugleich Showroom für Kunden - mit Tageslicht und weißem Boden.“

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